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Susan’s Beauty Blog


Hautschälungen? Niemals im Sommer!

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by Susann Ellsworth | 15.04.2019 | Hautbehandlung

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Wenn die Sonne langsam intensiver und die Tage länger werden sollte man annehmen, dass auch die Nachfrage nach intensiven Peelings und Hautschälungen nachlässt. Aber NEIN:

Stattdessen fragen dem Trend zufolge mehr und mehr Kunden nach abtragenden, bleichenden und schälenden Behandlungen und Heimpflegeprodukten GERADE JETZT im Frühjahr. Ich denke, dass es zum einen damit zu tun hat, dass bald mehr Haut gezeigt wird, weniger Kleidung unschöne Hautpartien verdecken kann und einfach der Wunsch nach schöner, makelloser Haut gerade jetzt wach wird. Denn im Winter ist alles durch Kleidung verdeckt und bis zum Sommer ist es noch lang.

Jetzt steigt in den Instituten die Nachfrage zur Entfernung von Hyperpigmentierung, Unterlagerungen, Narben und Falten. Auch häufen sich Anfragen nach Dekolleté-Schälungen bei atrophierter, unschön wirkender und hyperpigmentierter Haut an Dekolleté, Hals, Händen und Unterarmen.

Unsere Pflicht als Hautspezialist

Aufgrund der höheren Lichteinwirkung und der damit verbundenen Gefahr der Hautschädigung ist jetzt im Frühjahr und Sommer in unseren Breitengraden, wo jeder Sonnenstrahl dankbar genutzt wird, nicht mehr die Zeit für Schälungen. Unsere Pflicht ist es, hier für Aufklärung zu sorgen und unseren Kunden einige Fakten über ihre Haut und deren Funktionsweise zu erklären. Es gibt viele Behandlungen und Maßnahmen die für eine schöne, pralle, glatte, gesunde und schön gebräunte Sommerhaut sorgen. Aber Schälungen gehören garantiert nicht dazu.

Epidermis

Zuerst einmal ist unsere Haut ja keine Zwiebel, die man Schicht für Schicht "abschälen" kann und "Voila" haben wir neue Haut! So funktioniert das nicht!

Auf der Epidermis zeigen sich alle "Hässlichkeiten" und Sünden – aber es ist nicht die Schuld der Epidermis. Diese Deckschicht aus mehrschichtigem Plattenepithel ist robust und besitzt viele hoch komplexe Molekularaktivitäten. Obwohl sie keine Blutgefäße besitzt, wird sie durch ein kompliziertes Netzwerk peripherer Kapillare versorgt, und ist nur allzu gerne bereit uns unser gesamtes Leben lang gut zu Diensten zu sein, solange wir sie mit der Biochemie versorgen, die sie kennt und auf die sie positiv reagieren kann.

Aber was tun wir diesem starken und doch empfindlichen Organ "Haut" an? Wir verbrennen sie erst mal ordentlich mit starken oder dehydrierenden Säuren. Wir schleifen sie herunter – mechanisch per Mikrodermabrasion oder durch Vaporisation per Laser. Niemand bedenkt, dass ein so komplexes Organ auf aggressive und unnatürliche Traumata nur mit Abwehrmechanismen reagieren kann. Das verschlimmert das ursprüngliche Hautproblem, das wir eigentlich entfernen wollten, letztendlich noch.

Erstaunliche Regulierung und Signale

Jeder renommierte Wissenschafter weiß heute, dass Lichtschäden die Hauptursache für Hautalterung darstellen. Sie fungieren wie ein Türöffner für freie Radikale bedingt durch übermäßige Sonnenbestrahlung. UV-Strahlung liebt es geradezu neue Baby-Hautzellen zu attackieren die ihre Abwehrmechanismen noch nicht voll entwickelt haben. Es gibt bestimmte regulative Faktoren, die die jungen Zellen zu ihrem Bestimmungsort in der Epidermis leiten, und helfen, ihre Lebensdauer zu erhöhen. Jedenfalls bei der jugendlichen Haut. Werden solche regulativen Zellstrukturen aggressiv entfernt und die Abwehrsysteme somit beeinträchtigt, ist die frisch "geschälte" oder "gepeelte" Haut eine Eintrittkarte für sogar noch größere Lichtschäden, Hyperpigmentierung und ausgetrocknetes Gewebe. Die Haut wirkt wie ein alter, ausgetrockneter, harter Schwamm.

Die Verbraucherorganisationen und Gesundheitsämter warnen schon seit 15 Jahren vor den Folgen von unsachgemäßer Anwendung von AHA´s aber auch vor der Anwendung an sich ohne entsprechende Zusatzausbildung. Zuviel und zu schnelle Abtragung oder Peelings der Haut wird das ursprüngliche Hautproblem noch verstärken. Besonders jetzt, wo sich jeder wieder darauf freut, im Urlaub ausgelassen die Sonne zu genießen. Das erste Signal für einen potentiellen Schaden durch übermäßiges Abtragen setzen die Merkelzellen direkt in der Epidermis.
Die kleinen Zellen reagieren empfindlich auf Druck sowie auf Störung der Druckverhältnisse oder auch auf Durchnässen mit Säure, da sich auch so der Druck verändert. Sofort senden diese dann ein frühes Warnsignal zu den anderen Sensor-Rezeptoren der Haut, um sich auf die „Bedrohung" vorzubereiten.

Die Langerhans-Zellen, ein Thema das ich ja oft in den Workshops und Seminaren anspreche, werden dann sofort ihre langen Dendriten ausfahren in dem Versuch, die Wellen freier Radikale zu bekämpfen, die nach einem starken Peel wie durch eine offene Schleuse einströmen. Und ja, Applikation von Beta-Glukanen – B6 helfen, diese „Polizei-Zellen" der Haut zu stärken, um den Schaden zu minimieren. Wir verfahren so oft nach Dermabrasions- oder Laser-Resurfacing-Verfahren. Doch manchmal sind die Langerhans-Zellen schwach und wehrlos, so dass das Traumasignal das Enzym Kollagenase in der Dermis erreicht. Kommt es an dieser Stelle zu einer Überstimulation an Kollagen, entsteht sehr wahrscheinlich eine Narbe. Wird das Enzym Kollagenase vollständig zerstört, rasen die kollagenen Faser in wahllosem Tempo an die Oberfläche und bilden hier verhärtete, unterlagerte Hyperkeratosen – die Art von Gewebsverdickung, die sehr fest, uneben und steif wirkt. Ist der Virus, welcher Psoriasis begleitet latent vorhanden, wird auch diese Hautstörung ausbrechen und sich mit verdickten, dunkleren „Placken" und nässenden Läsionen zeigen.

Das kann zu bleibenden Schäden bis in die Dermis führen. Bedenken Sie, auch wenn diese weit unter der Epidermis liegt, so kommunizieren sie doch eng über die Basalmembran miteinander. Diese ist ein faserförmiges Element, sehr hoch spezialisiert, bestehend aus einzigartigen Polysaccharid-Gelen, welche die beiden Hautabschnitte miteinander verbindet. Das Gel fungiert als ein Nachrichtenüberbringer beider Hautabschnitte, und manchmal sind es schlechte Nachrichten.

Beispiel: Die Überbringung einer Trauma-Nachricht kann dazu führen, dass viel Melanin zum Schutz der Haut schnell an die Oberfläche geschickt wird. Sofort arbeiten nun auch die Golgi-Apparate aller Zellen, die Melanozyten, Tyrosin und Tyrosinase (Aminosäure und Enzym) in Panik zusammen, um so viel Melanin wie möglich in den Melaninzellen unterzubringen. Jetzt haben wir es mit einer inflammatorischen Hyperpigmentierung zu tun: Unregelmäßig dunkle Flecken, die überall am Körper auftreten können. Und das alles nur, weil wir dem Wunsch des Klienten nach Schälung im Sommer zugestimmt haben!

Alle die mich kennen wissen, dass ich nicht GEGEN Schälungen oder Re-Surfacing-Methoden der Haut bin. Im Gegenteil. Aber alles zu seiner Zeit und bei der entsprechenden Hautindikation. Ich bin allerdings dafür, dass intensive Schälungen, Peels oder Abtragungen in Ländern mit Sommersaison wie Deutschland für 4-6 Monate vermieden werden sollten.

Mechanische Peelings wie Mikrodermabrasion

Stellen eine sanfte Exfoliation des oberen Corneums dar, die durchaus, bei entsprechender Indikation 2-mal im Monat Sinn machen. Es gibt seit der Pionierzeit der Firma Mattioli Engineering aus Florenz mittlerweile eine große Menge Schleifmaterialien und Geräteformen auf dem Markt. Es gibt zuverlässige, gute, nicht so gute, geprüfte und kombinierte Geräte. Alle stehen ausschließlich für eine mechanische Abtragung, im Gegensatz zu Säure- oder Alkali-Schälungen, die chemisch durch Veränderung des pH-Wertes arbeiten. Im Sommer wird die Haut durch aggressive, mechanische Abtragung jedoch verdünnt und traumatisiert, und diese hat selbst mit Unterstützung von Beta Glukanen, Proteinen, Aminosäuren und angereicherten Vitaminprodukten nur eine geringe Chance, sich selbst wiederaufzubauen. Diese verdünnte, neue Haut ist willkommene Beute für Lichtschäden und Hyperpigmentierungen. Klienten, die sich einer Narben- oder Striae-Behandlung unterziehen, fallen nicht in diese gefährdete Kategorie – jede Hautspezialistin, die sich solcher Fälle annimmt, sollte so gut ausgebildet sein, dass sie jederzeit weiß, worauf zu achten ist!

Säure-Schälungen / Peels

Es macht keinen Unterschied welcher Art die Säure ist. Alle werden die Haut in der lichtreichen Jahreszeit schwächen und verdünnen – wo doch eigentlich "Schutz" und "Durchfeuchtung" die wichtigsten Menüpunkte der Behandlung sein sollten. AHA´s sind sogar noch etwas "böser" – aufgrund ihrer hygroskopischen Natur trocknen sie die Haut noch zusätzlich aus, und das in einer Jahreszeit, wo trockene Luft und Hitze das Gleiche tun. Die Haut benötigt jetzt lebensnotwendig jede ihr zur Verfügung stehende interzellulare Feuchtigkeit.

Säure-Schälung der Haut

Was hilft wirklich? Enzymtherapie!

Ich kann ja nicht genug die Vorteile von Enzymen betonen, da sie nicht nur trockenes, abgestorbenes Zellmaterial überall am Körper entfernen, sondern aufgrund ihrer Eigenschaft, keinen pH-Faktor zu haben (wie Säuren oder Basen) auch keine Kontraindikationen diesbezüglich möglich sind. Enzyme hydrolisieren zuverlässig alle beschriebenen negativen Hautsymptome, ohne die regulativen Zellgruppen (Polizei-Zellen und Signalempfänger) in der Epidermis und Dermis zu aktivieren oder zu beeinträchtigen. In der Tat können die RICHTIGEN Enzymgruppen Nachrichten positiver Energie in die Dermis senden – was die Haut tatsächlich kräftiger, strahlender und praller erscheinen lässt.
Aber selbst nach dieser Art der Abtragung, wie sanft sie auch sein mag, benötigen die jungen Zellen ihre Vitalstoffzufuhr, um länger aktiv zu bleiben. Dies erreicht man nur mit Rezepturen, die reich an Proteinen, Vitaminen etc. sind, und sich mit Hilfe von polarisiertem Wasser tief in die Zwischenräume der Epidermis schleusen lassen. Fraktionierte Öle helfen hier zu Verankerung der Vitalstoffe, da sie durch ihre umgearbeitete Molekulargröße, dem Wassermolekül "huckepack" in die Haut folgen können. Dort angekommen, verstärken sie die Lipidbarriere, die so das Wasser für Stunden in der Haut einschließt. Diese Methode des "Liefern und Einschließen" stellt genauso sicher, dass wasserlöslicher Lichtschutz, antioxidative Cremes und sogar Immun aufbauende Beta Glukane in die Haut gelangen und dortbleiben.

Enzymmaske

Tief im Innern

Schöne oder unschöne Sommerhaut ist natürlich nicht nur von äußerer Pflege abhängig. Die Spannkraft und das Leuchten jugendlich wirkender Haut erfordert auch in gebräuntem Zustand (nebenbei, es gibt mittlerweile auch gute Selbstbräuner auf dem Markt) eine pralle Matrix (Grundsubstanz) und Basallamina, die beide gut erhalten werden wollen. Dies bedeutet auch, dass Ihre Kunden die "langweiligen" 6-8 vollen Gläser Wasser trinken MÜSSEN; es sei denn, es liegen ärztliche Bedenken vor. Auch die Salzzufuhr sollte im Sommer nicht unbedingt reduziert werden. Neigt Ihr Klient zu leichten Schwellungen durch Wassereinlagerungen, bewirkt zusätzliches Kalium morgens und abends oft Wunder. Auch sind Kapseln mit essentiellen Fettsäuren efa+ (Nachtkerze mit Sanddorn sehr zu empfehlen) unbedingt ratsam, weil sie der Haut helfen, die interzellulare Flüssigkeit zu halten und Glukosaminoglukane, wie z.B. hauteigene Hyaluronsäure (GAG´s) aufzubauen. Essentiell bedeutet hier, dass diese Fettsäuren lebensnotwendig sind, jedoch nicht vom Körper selbst hergestellt werden können und somit von außen zugeführt werden müssen. Viel Fisch, insbesondere Lachs und Tunfisch können bei regelmäßigem Verzehr auch nützlich sein.

Wie auch immer, irgendwann im Laufe des Sommers "stolpern" die meisten aber über die alten Gewohnheiten und die Haut nimmt doch Schaden. Hier helfen "sommertaugliche" Behandlungen (also keine Schälungen) und Heimpflegen zum Schutz, um die größeren Lichtschäden über den Sommer zu vermeiden. Ich würde dann auch schon das Gespräch suchen, um für den Herbst die "rundum Renovierung der Haut" zu planen. ProPeel, ProAlpha, RP-Revision und was sonst noch alles möglich ist, sollte rechtzeitig angesprochen und mit den Kunden geplant werden, um die Schäden des Sommers wieder auszugleichen. Auf diese Weise sehen IHRE Kunden spätestens zu Sylvester wieder blendend aus!

In diesem Sinne wünsche ich einen schönen Sommer ohne Reue!

Ihre Susan Ellsworth

© DMK Deutschland DMK Danné Montague-King Deutschland GmbH


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